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20.10.2017 -

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Mit Säure Gold bestimmen

Gold oder nicht Gold? - Das sind die Antwortmöglichkeiten

Ob in der ägyptischen, der keltischen oder der griechisch-römischen Mythologie; ob in der Tora oder in der Bibel; ob in der so genannten Alten Welt oder im wiederentdeckten Amerika: Durch alle Kulturen und Zeiten hindurch spielte Gold eine bedeutende Rolle. Es kam als Reliquie, Zahlungsmittel oder Schmuckelement zum Einsatz - und wurde immer wieder gefälscht. Doch ebenso zahlreich wie die Versuche es durch preiswerte Nachahmungen zu ersetzen, sind die Mittel, diesbezügliche Betrügereien aufzudecken:

Räumliche Verdrängung

Eine der bekanntesten Methoden wurzelt in der Antike und ist nach ihrem Entdecker benannt: Beim "Archimedischen Prinzip" wird die Menge an Wasser ermittelt, welche ein Gegenstand verdrängt und anschließend mit der Angabe in einer offiziellen Liste verglichen. Dieses Verfahren liefert jedoch nur bei massiven Objekten mit glatter Oberfläche zuverlässige Ergebnisse. Hohlkörper sowie geriffelte oder anderweitig unebene Strukturen führen zu Bewertungsfehlern, weil die eingeschlossene Luft das Volumen des Gegenstandes verändert. Das archimedisch gewogene Gold weist dann ein deutlich geringeres Gewicht auf als "echt" gemessenes.

Die richtige Wellenlänge

Die zweite Möglichkeit, Gewicht und Qualität eines goldenen Gegenstandes zu bestimmen, ist die Röntgenfluoreszenz-Methode. Hierfür wird ein spezieller Spektrometer eingesetzt, der das Objekt abtastet und die so gewonnenen Daten mit Hilfe eines Computerprogrammes auswertet. Für schnelle Ergebnisse ist dieses Verfahren zu aufwändig und aufgrund der erforderlichen Technik letztlich auch zu teuer. Es kommt überwiegend in der Kunst- und Archäologie-Szene zum Einsatz, wo größere und wertvolle Gegenstände vermessen werden müssen.

Eine ätzende Angelegenheit

Die dritte Variante (welche auch beim Goldankauf zum Einsatz kommt) echte von falschen bzw. gestreckten Objekten zu unterscheiden, macht sich die Widerstandsfähigkeit von Gold gegenüber ätzenden Flüssigkeiten zu Nutze. Mit 50- bis 55-prozentiger Salpetersäure betupft, lösen sich andere ggf. enthaltene Metalle wie Kupfer oder Silber auf und lassen nur den Goldbestandteil zurück.

Diese Eigenschaft hat der Sauerstoff-Stickstoff-Verbindung den Beinamen "Scheidewasser" gegeben. Werden ihr drei Teile Salzsäure hinzugefügt, kehrt sich der Effekt um: In dem jetzt entstandenen "Königswasser" bildet Silber eine Chloridschicht, die es vor dem Auflösen schützt. Das Gold aber reagiert zu Tetrachlorogold - und verschwindet scheinbar. Es kann nur durch verschiedene Reduktionsmittel oder Anwendung eines Elektrolyse-Verfahrens zurückgewonnen werden.